05.04.2025: Feuerwehr Alkoven trauert um Harald Unter (49)
Die Feuerwehr Alkoven trauert um ein sehr engagiertes Mitglied aus ihren Reihen: Harald Unter (49) ist in der Nacht auf den 5. April 2025 nach kurzer, schwerer Krankheit in die ewige Heimat vorausgegangen. Er hinterlässt nicht nur im Kreise seiner Familie und seiner Freunde eine große Lücke, sondern reißt auch feuerwehrfachlich ein großes Loch auf.


Harald Unter trat am 6. Jänner 1992, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Markus Unter, der Feuerwehr Alkoven bei. Sein hohes technisches Interesse ließ Harald recht schnell sehr tief in die Feuerwehrmaterie eintauchen. Harry engagierte sich in fast allen Bereichen der Feuerwehr. Er begann das Zillenfahren und konnte in dem Bereich große Bewerbserfolge verzeichnen und das Können dazu auch bei den Hochwässern in den Jahren 2002 und 2013 unter Beweis stellen. Es folgten dann die entsprechenden Ausbildungen und Aktivitäten als Schiffsführer und als Taucher.

Ebenso gab es bis zuletzt kein Fahrzeug der Feuerwehr Alkoven, das Harald nicht exzellent zu bedienen wusste, ob es ein Tanklöschfahrzeug, die Teleskopmastbühne oder das Kranfahrzeug war. Um seiner Vielfalt noch die Krone aufzusetzen, durfte natürlich auch der Dienst als Höhenretter nicht fehlen, deren Gruppe er nach Gründung bei der Feuerwehr Alkoven auch mehrere Jahre als Chef vorgestanden ist. Ebenso bis zuletzt war Unter bei der Höhenretter-Ausbildung im Landes-Feuerwehrverband aktiv.


Wie schon erwähnt, war Harry im Bereich der Feuerwehrtechnik nichts vorzumachen → so kam es auch nicht von ungefähr, dass er auch die Ausbildung für neue Kranführer übernommen hat. Indirekt hätte er sich auch schon intensiv auf das neue Kranfahrzeug und das neue Feuerwehrhaus 2025 / 2026 vorbereitet und schon viele Pläne für die Ausbildung geschmiedet. Das große Interesse an der Feuerwehr führte Harald aber auch beruflich auf die Gleise der Feuerwehr. Der Berufsfeuerwehr Linz gehörte Harald Unter bis zuletzt an, die unserem Kameraden in der Nacht seines Ablebens einen letzten Einsatzzug beim Krankenhaus stellte.


Dass Harry sein Herz am rechten Fleck hatte, zeigte bespielsweise eine Aktion aus dem Jahr 2019. Einen Eintrag in ein Freundebuch seines damals noch kleinen Nachbarn gestaltete er nicht in irgendeiner herkömmlichen Form, er machte ihn mit untenstehendem Bild zu etwas Besonderem, dass sich der junge Mann wohl lange Zeit merken wird.

Mit Harald Unter verliert die Feuerwehr Alkoven nicht nur einen Freund, sie verliert auch einen ihrer engagiertesten Kameraden des aktiven Dienstes. Möge er in der ewigen Heimat einen guten Platz finden und sein Feuerwehrgeist noch viele weitere Menschen für den Dienst in der Feuerwehr inspirieren.


Nachruf der Berufsfeuerwehr Linz
Die Berufsfeuerwehr Linz trauert um einen aktiven Kollegen aus dem Branddienst. Oberbrandmeister Harald Unter verstarb in der Nacht auf 5.April 2025 nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie. Er hinterlässt eine große Lücke in unseren Reihen sowohl in fachlicher wie auch in kameradschaftlicher Hinsicht. Wir trauern mit seiner Familie, seinen Freunden und Kameraden!
Harald Unter trat am 1.9.2000 in die Dienste der Berufsfeuerwehr der Stadt Linz ein und absolvierte die Grundausbildung zum Berufsfeuerwehrmann. Durch sein ehrenamtliches Engagement bei der FF Alkoven seit 1992, verfügte er bereits beim Start über ein großes Fachwissen in Belangen der Feuerwehr und wurde von den Kollegen schnell als Vollblut-Feuerwehrmann erkannt. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Markus war er in kurzer Zeit bei allen Kollegen als verlässlicher Partner im Einsatzdienst und der Kameradschaft bekannt.

Sein großes Interesse in sämtlichen Belangen der Feuerwehrtechnik, gepaart mit einem tiefen Verständnis für technische Abläufe zeichneten ihn aus. Er galt in den Reihen der Berufsfeuerwehr als Praktiker mit hoher Lösungskompetenz, Hausverstand und gutem Selbstbewusstsein. Sein beinahe legendäres Einschätzungsvermögen bei technischen Einsätzen und Bergeaktionen führte oft zum raschen Einsatzerfolg.
So ist es kein Wunder, dass Harald beinahe alle Sonderdienste der Berufsfeuerwehr durchlief. Er gehörte seit 2004 dem Höhenrettungsdienst an und somit zu den erfahrensten Höhenrettern der BF Linz, war ein umsichtiger Kranfahrer und talentierter Sonderfahrzeugmaschinist auf der Drehleiter und dem Schweren Rüstfahrzeug. Als einer von wenigen Kollegen war er außerdem als Flughelfer für Hubschraubereinsätze tätig.
OBrM Unter absolvierte vom 2015-2017 die Chargenschule der Berufsfeuerwehr und zeichnete sich auch dort als Feuerwehrpraktiker aus. Für den Ausbildungsdienst im Hof und an den Geräten war er Feuer und Flamme und wusste zu brillieren. Die Begeisterung für den Wasserdienst konnte er als Schiffsführer und begnadeter Zillenfahrer auch bei der Berufsfeuerwehr gut gebrauchen.

So absolvierte OBrM Unter gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Markus 2007 das Wasserwehrleistungsabzeichen in Gold beim Landesbewerb in Linz. Er war beim Zillenfahren so geschickt, dass er ab und an Kollegen scherzhaft mit den Worten „Setz dich einfach rein, ich fahr mir selbst, du hältst mich nur auf“ in die Zuschauerposition verwies. Er unterstützte die Mannschaft mit seiner Vertretung eines erkrankten Kameraden, den er einige Zeit als Meister vom Gerätewesen vertrat. In seiner bis zuletzt ausgeführten Position als Oberbrandmeister in der Dienstgruppe B auf der Hauptwache gab er das vielfältige Wissen als leidenschaftlicher Ausbilder für Feuerwehrtechnik, Kräne und technisches Bergegerät weiter. Nicht nur in der Berufsfeuerwehr, sondern auch in seiner Freizeit bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der FF Alkoven.

Von seinen Kollegen wird er einhellig als Vorzeigefeuerwehrmann beschrieben. Einer derjenigen, die selbst ganz schwere Einsatzsituationen zu meistern wissen. Diese, tief in ihm verwurzelte, Grundeinstellung zur Feuerwehr und seinem Beruf spiegelte sich auch in seiner Fitness wider. So war er einer der ersten Berufsfeuerwehrmänner, die 2004 für einen Feuerwehrkalender ausgewählt wurden – sogar mit Sondergenehmigung des damaligen Branddirektors. Zu seinem Bedauern und trotz starkem Vorbereitungstraining „leider“ nur mit bekleidetem Oberkörper. Haralds humorvolle Art zeigte sich in Einsatz wie Übung, so wurde er besonders oft fotografiert und von den Kollegen mit dem Spitznamen „Hupf-ins-Büd“ bedacht. Seine Schlagfertigkeit, sein trockener Humor aber auch seine Beharrlichkeit zeichneten Harald aus.
Seine Familie war ihm sehr wichtig – so war Harald durch und durch als Familienmensch bekannt und berichtete gern über seine Kinder und sein Enkelkind. Oft tauschte er sich in der Bereitschaftszeit mit Fischereikollegen aus und war stolz auf seine Funktion als Fischereiaufsichtsorgan.
Zuletzt plagten ihn die gesundheitlichen Sorgen, aber er ging mit viel Zuversicht in die Operation. Begleitet mit den besten Wünschen der Kollegen war sein Weg ins Krankenhaus, doch das Schicksal wollte es anders. So war es uns eine Ehre, aber auch eine sehr traurige Pflicht mit dem 1.Zug der Hauptwache ihm in seiner Sterbenacht einen letzten Gruß ins Kepler Uniklinikum zu schicken.

Lieber Harald, die Berufsfeuerwehr Linz verliert mit dir einen Vorzeigefeuerwehrmann, Mitarbeiter und Kollegen, den man sich nur wünschen kann. Immer vorne, immer mittendrin im Geschehen, immer Kamerad. Wir werden dir stets ein ehrendes Andenken bewahren. Lebe wohl Kamerad! Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr!
Auch das war Harry 🙂
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Brand in einem Zimmer hinter einer Wand vor einigen Jahren. Zugang von außen. Harry kommt nachträglich mit dem Atemschutz am Buckel zu einem Kameraden. „Wo gehst denn ned eini?“ „Do is so hoas drin“. „Stell di zur Seit’n und loss mi eini“.
Harry geht alleine rein und löscht und per Faustschlag verpasst er einer Rigipswand ein Loch. Bis heute legendär!
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Mein innigstes Beileid der. Fäm.
Las In Ruhen in Frieden.
Forrest danke das ihr immer da seit.das euer feuermann Kollege gestorben ist .ist tragisch. Euch als Kollegen und der Trauer Familie mein aufrichtiges Beileid.sttochkinger
Helden sterben zu früh Danke Harry